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Regeln zur Digital Signage-Gestaltung
02.12.2009 13:00
Tipps von Achim Fringes und Frank Philipp Menzel von Online Retail Consult:
- Die optimale Geschwindigkeit der Bildabfolge des Contents ist abhängig von der Zielgruppe und dem Kontext. Junge Menschen bevorzugen schnellere Schnittfolgen, ältere Menschen ruhigere Sequenzen. In einem Wellnesscenter etwa sollten die Abfolgen langsamer sein als in einem Sportgeschäft.
- Gesplittete Bildschirme können gut wirken, solang sie gut gemacht sind. Bestimmte Zielgruppen verbinden dieses Stilmittel mit Aktualität. Das Problem gesplitteter Bildschirme ist jedoch, dass sie mehr Informationen zeigen, als wahrgenommen werden können. Als Konsequenz schaltet das Gehirn die Wahrnehmung aus und die Informationen gehen verloren.
- Ticker sind für Werbebotschaften nur bedingt geeignet, da gelesener Text zum größten Teil im Kurzzeitgedächtnis landet und somit verloren geht. In Wartebereichen kann er gut wirken, an Punkten der Bewegung überfordert er den Kunden. Peter Lohmann von Adversign Media beklagt: „Es gibt leider noch viele Bildschirme, die so aussehen, wie ein Radio klingt, wenn es gleichzeitig mehrere Sender empfängt.“ Deshalb ist weniger oft mehr.
- Displays im Landscapeformat wirken wie TV, solche im Portraitformat wie Plakate. Dementsprechend sollten sie eingesetzt werden: Hinter der Wursttheke etwa ist ein hochformatiger Monitor sinnvoller, weil dort Angebote gezeigt werden. Im Kassenbereich, wo der Kunde unterhalten werden möchte, sind querformative Bildschirme sinnvoll, weil sie Wohnzimmeratmosphäre vermitteln.
- Infotainment- und Werbespots sollten im Kontext zueinander stehen. Zum Beispiel möchte die Kundin in der Obst- und Gemüseabteilung weder Fußballergebnisse noch Autoreifenwerbung sehen. Stattdessen interessieren sie Zubereitungstipps oder der Gelierzucker, der diese Woche im Angebot ist.
- Der Ort eines Displays sollte sich an der Kontaktstrecke der Kunden im Geschäft orientieren – nicht an der Steckdose. Die Höhe sollte abhängig vom Winkel gewählt werden. Die Orte richten sich danach, ob die Displays zur Wartezeitverkürzung dienen sollen, zur Produktinformation oder zum Leiten der Kunden durch den Laden. Für Letzteres gilt: Das Auge schaut dorthin, wo Bewegung ist; und wohin wir schauen, dorthin bewegen wir uns.
- Die Länge eines Spots sollte so gewählt werden, dass der Kunde ihn unter normalen Bedingungen komplett sehen kann. Er sollte nicht so lang sein, dass der Kunde an der Kasse den Verkehr aufhält, oder dass er etwa die Pointe des Witzes verpasst.
- TV-Werbespots eins zu eins für DS zu übernehmen, ist grundsätzlich ungünstig. Kurze herausgeschnittene Sequenzen können jedoch sinnvoll sein, da sie einen Wiedererkennungseffekt haben.
- An der Kasse erwarten den Kunden zwei für ihn negative Dinge: Warten und Bezahlen. Um ihm den Leidensweg zu verkürzen, sollten dort Inhalte gezeigt werden, die ihn ansprechen: Witze, Dankeschön für den Einkauf, regionale Veranstaltungshinweise, regionales Wetter et cetera. Dies ist außerdem wichtig, damit der Kunde den Laden mit einem positiven Gefühl verlässt, denn der letzte Moment prägt den Gesamteindruck stark.
Quelle: Digital Signage – das Fachmagazin für digitale Werbe- und Informationssysteme (2009): Regeln zur DS-Gestaltung, Ausgabe 4, S. 16.
